24.11. – 19.00 Performance: Das Schaubüro

Event / Kurzweg

Das Schaubüro macht sich mit Opfern 2012 auf die Suche nach einem angemessenen Opferritual für 2012

Was wäre eine Kulturveranstaltung ohne eine anständige Opferung? Ganz in der Tradition antiker Theaterfeste zu Ehren des Dionysos muss man sich schliesslich durch die rituelle Tötung eines Opfertiers der Wohlgesinntheit des Theatergottes versichern, der einem den Erfolg beschert.

Aber wie um Himmels Willen stellt man so etwas heute an, wenn man sich vor Blut und rohem Fleisch ekelt? Wenn man keine Lust hat, sich im Stil der 60er Jahre seinen Urtrieben auszusetzen und archaisch im Blut zu baden? Wenn man sowieso kein Budget für einen Stierkauf, eine Vegetarierin im Team und den Tierschutz im Nacken hat? Wie zum Teufel fühlt sich göttliche Kommunikation an? Und auch die Sache mit der rituellen Gemeinschaft und der Limen-Situation hat in der Theorie irgendwie spannender und einfacher geklungen.

Haenni/ Reifler/ Küchler machen sich auf die Suche nach einem geeigneten Opfer.

Und ja, sie übernehmen die Verantwortung.

 Bericht

Das Performancekollektiv „das Schaubüro“ setzte sich am Freitag mit dem Opfern auseinander: Entstanden im alten Griechenland zu Ehren des Gottes Dionysos, heute auferstanden für uns am Kurzweg. Um 19:00 füllte sich der Innenhof (unser Fumoir), die Gäste begannen erwartungsvoll zu flüstern und plaudern, denn die Performance sollte draussen stattfinden. Fleisch, Kirschen, Blut und böse Sprüche folgten in den 20 Minuten Aufführungszeit Schlag auf Schlag.  Der Abend blieb kurz, denn sowohl Gäste als auch Rastler_innen waren zu müde oder zu beschäftigt, um Dionysos alkoholische Opfer zu bringen.